Untergang

„Immer schreibt der Sieger die Geschichte der Besiegten.
Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge.
Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge.“

Bertolt Brecht

So war es damals und so ist es heute.

Platon schildert eindrucksvoll die Unterwerfung aller Länder die diesseits der Säulen des Herakles liegen bis auf die Athener selbst und denn darauf folgenden Untergang von Atlantis.

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Maya Relief in Tikal. Zeigt eine Flut, einstürzende Pyramiden / Tempel, Vulkanausbruch und ein auf dem Boot fahrender / flüchtender Maya.

„Von vielen großen Taten, die ihr [Athener] und eure Stadt [Athen] vollbracht habt, liest man hier mit Bewunderung; doch eine ragt unter allen durch ihre Größe und Heldenhaftigkeit hervor. Die Aufzeichnungen berichten nämlich, wie eure Stadt einst einer gewaltigen Macht das Ende bereitet hat, als diese vom Atlantischen Meer aufgebrochen war und in ihrem Übermut gegen ganz Europa und Asien zugleich heranzog. Damals konnte man nämlich das Meer dort noch befahren; denn vor der Mündung, die ihr in eurer Sprache die Säulen des Herakles nennt, lag eine Insel, und diese Insel war größer als Libyen und Kleinasien zusammen.“

„Auf dieser Insel Atlantis nun gab es eine große und bewundernswerte Königsherrschaft, die sowohl über die ganze Insel als auch über viele andere Inseln und über Teile des Festlandes ihre Macht ausübte; zudem regierten diese Könige auf der gegen uns [Ägypten] liegenden Seite über Libyen, bis gegen Ägypten hin, und über Europa bis nach Tyrrhenien. Diese ganze Macht also versammelte sich einst zu einem Heereszug und machte den Versuch, sich das ganze Gebiet bei euch und bei uns und alles, was diesseits der Mündung liegt, in einem einzigen Ansturm zu unterjochen. Damals nun, Solon, wurde die Kraft eurer Stadt mit ihrer Tüchtigkeit und Stärke vor allen Augen sichtbar; sie tat sich vor allen anderen durch ihren Mut und durch ihre Kriegskunst hervor, und so stand sie zuerst an der Spitze der Griechen; als dann aber die anderen abfielen und sie notgedrungen auf sich allein gestellt war und dadurch in die äußerste Gefahr geriet, da zeigte sie sich den herannahenden Feinden überlegen und konnte ein Siegeszeichen errichten; jene, die noch nicht unterworfen waren, bewahrte sie vor der Unterwerfung, und uns anderen allen, die wir diesseits der Säulen des Herakles wohnen, schenkte sie großzügig die Freiheit wieder. In der darauffolgenden Zeit aber gab es gewaltige Erdbeben und Überschwemmungen; es kam ein schlimmer Tag und eine schlimme Nacht, da eure ganze Streitmacht mit einem Male in der Erde versank, und ebenso versank auch die Insel Atlantis ins Meer und verschwand darin. Deswegen kann man noch heute das Meer dort weder befahren noch erforschen, weil in ganz geringer Tiefe der Schlamm im Wege liegt, den die Insel, als sie sich senkte, zurückgelassen hat.“

Platon, Timaois

„Vor allem wollen wir zuerst daran erinnern, dass es im ganzen neuntausend Jahre her sind, seitdem, wie man erzählt hat, der Krieg entstanden ist zwischen den Menschen, die außerhalb der Säulen des Herakles, und allen denen, die innerhalb von ihnen wohnten; diesen Krieg muss ich nun von Anfang bis zu Ende schildern.

Bei den einen hat, wir sagten es schon, unsere Stadt hier die Führung gehabt und hat den ganzen Krieg durchgekämpft; bei den anderen waren es die Könige der Insel Atlantis. Von dieser erzählten wir, dass sie einst größer gewesen sei als Libyen und Kleinasien zusammen, dass sie aber jetzt infolge von Erdbeben untergegangen ist und für die Schiffer, die von hier in das große Meer hinausfahren wollen, eine undurchdringliche Schlammbank bildet, durch die sie nicht hindurch kommen.“

 

„Infolge dieser Überlegung und solange die göttliche Natur in ihnen gegenwärtig blieb, mehrten sich all die Güter, die wir vorhin aufgezählt haben. Als aber der Anteil am göttlichen Wesen dahinschwand, weil es immer wieder mit vielem Irdischen vermischt wurde und so die menschlichen Wesenszüge die Oberhand bekamen, da vermochten sie ihren vorhandenen Reichtum nicht mehr zu ertragen und entarteten.

In den Augen dessen, der einen klaren Blick hat, erschienen sie schändlich, weil sie das schönste unter ihren kostbarsten Gütern verderbten; den anderen aber, die nicht zu sehen vermögen, was wahrhaft zu einem glücklichen Leben beiträgt, kamen sie jetzt erst recht herrlich und glückselig vor, in ihrem Überfluss an ungerechtem Reichtum und an Macht.

Zeus aber, der Gott der Götter, der nach Gesetzen regiert und solches durchschauen kann, sah ein, dass ein tüchtiges Geschlecht in eine üble Verfassung geraten war. Er beschloss, sie zu bestrafen, damit sie zur Besinnung kämen und sich besserten. Deshalb rief er alle Götter zu ihrem ehrenvollsten Wohnsitz zusammen, der sich in der Mitte der ganzen Welt erhebt und alles überschaut, was je am Werden teilhatte. Und als sie versammelt waren, sprach er…“

Platon, Kritias

Dabei stellt sich raus das es zwei „Untergänge“ gegeben haben muss.

Der erste Untergang als der Kontinent durch die immer grösser werdende Entfernung von allem göttlichen. Und der Zweite bei Kampf gegen Athen.

Hier geht es nur um den ersten, eigentlichen Untergang der Insel.

Ein Gedankenspiel:

Mal angenommen Atlantis ist nie wirklich untergegangen sondern nur durch eine Flut (Sintflut / Ur-Flut) zerstört worden und ein paar Überlebende sind über das Meer in alle Himmelsrichtungen ausgewandert ( Noah, Uta-napišti ).

Menschen einer Hochkultur und einem umfangreichen Wissen u.a. über Astronomie, Mathematik, Kanal- und Ackerbau.

Und diese treffen auf eine weniger entwickelte Kultur der Steinzeit und geben ihr Wissen an diese weiter.

So kann man Sie aus dem Blickwinkel der Anderen nur als göttlich, allwissend und mächtig sehen und diese zum Oberhaupt und Religionsführer ernennen.

Jetzt mal angenommen du wärst einer der Atlanter und Oberhaupt eines Volkes.

Würdest du deinen Untergebenen sagen woher genau du kommst und deine alte Heimat in Gefahr bringen irgendwann erobert zu werden?

Oder würdest du lieber eine Halbwahrheit erzählen und deine Heimat als unerreichbaren, mythologischen Ort bezeichnen um deine Herrschaft und diesen Ort zu schützen?

Und selbst wenn dieses nicht durch geistige Überlegenheit sondern mit Gewalt umgesetzt wurde.

Die Antwort ist klar.

Ich bin der Überzeugung das hier der Startschuss der Neolithische Revolution in der Alten Welt / Neuen Welt fiel.

Mythen über „Zivilisationsbringer“ nach einer Sintflut finden wir auch in mesoamerikanischen Mythologie Südamerikas.

„In der Inka-Mythologie ist Qun Tiksi Wiraqucha (im Huarochirí-Manuskript: Quniraya Wiraqucha) der Schöpfer der Zivilisation und einer der wichtigsten Gottheiten in der Mythologie der Inka. In einer Legende wird erzählt, dass er mit seiner Frau Mama Qucha (Mutter Meer) einen Sohn hatte, Inti ( Sonne / Zentralinsel bei Tag), und eine Tochter, Mama Killa ( Mond / Zentralinsel bei Nacht ). In dieser Legende lässt Wiraqucha fast alle Menschen um den Titicacasee in einer Sintflut sterben, die Unu Pachakuti (Wasser-Zeitenwende) genannt wird. Zwei lässt er überleben, um die Zivilisation in die Welt zu bringen. In einer anderen Legende schuf Wiraqucha die ersten acht zivilisierten Menschen.“

Wie alle Kulturen verorteten Sie ihre heiligen Orte in oder in der Nähe ihres Reiches. Da die Sonnen- und Mondinseln im Titicacasee zumindest rein optisch weit entfernt davon sind verorte ich den Ursprung dieser Mythologie im Texcoco – Seensystem. Die von mir genannte Zentralinsel kann im Sonnenschein als Sonne und im Mondschein als Mond interpretiert werden. Falls der innerste Ringwall tatsächlich mit Goldkupfer ( Oreichalkos / Tumbaga ) überzogen war, würde dieser Effekt noch verstärkt werden.

Mehr dazu in Kosmogonie.

 

Quelle:

http://www.jasoncolavito.com/blog/did-the-maya-depict-the-end-of-atlantis-at-tikal

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiraqucha

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